Brechdurchfall: Noro- und Rota-Viren

„Tausende Magen-Darm-Infektionen in Hessen Anfang 2007“, „Erwartet werden über eine Million Erkrankte in Deutschland“ usw.

 

So lauten im Nicht-Winter 2006/2007 die Schlagzeilen - aber was ist steckt dahinter?

 

Virus-Erkrankungen sind im Winter grundsätzlich häufiger, da das Virenzerstörende Sonnenlicht fehlt und sich die Menschen mehr in Räumen aufhalten, die zudem noch weniger gelüftet werden. Auch die Grippe-Wellen erreichen uns im Winterhalbjahr.

 

Jedes Jahr erkranken in der kalten und lichtarmen Jahreszeit viele Hundert bis einige Tausend Deutsche an virus-bedingtem Brechdurchfall; die häufigsten Erreger sind dabei Noroviren und Rotaviren. Die Übertragung erfolgt ausgehend von infizierten Ausscheidungen wie Stuhl oder Erbrochenes über den oralen (= den Mund betreffenden) Weg.

 

Wenige Stunden bis etwa 50 Stunden nach der Infektion dauert es, bis aus der Infektion die Symptome der Erkrankung entstehen (sog. Inkubationszeit). Meist leidet man zu Beginn an Kopf- und Gliederschmerzen; es stellt sich eine unangenehme Übelkeit, oft von Erbrechen und häufig auch erhöhter Temperatur oder Fieber begleitet, ein. Das wesentliche Symptom aber ist der heftige, mit Bauchkrämpfen einhergehende eher wässrige Durchfall, der einige Stunden bis anderthalb Tage anhält.

 

Ruhe und Schonung, Zwieback oder getoastetes Weißbrot und (weißer) Reis, ungesüßter Tee (Kein Pfefferminz-Tee !!) und „stilles“ bzw. gut entgastes Mineralwasser, ausreichende Trinkmenge und bekannte Hausmittel wie zerdrückte Banane, geriebener Apfel, auch einmal ein Stück „schwarzer“ (Bitter-)Schokolade oder eine Tasse kräftig zubereiteter schwarzer Tee sind meist ausreichend, um über den Beg zu kommen.

Falls die Beschwerden schwerer sind, kommen nach ärztlicher Untersuchung und Beratung symptomatisch wirkende Hilfsmittel zum Einsatz: medizinische Kohle und weitere Mittel gegen Durchfall (Beispiele: Perocur®, Tannacomp®, Bactisubtil®, für Kinder Diarrhoesan®), gegen Erbrechen (Beispiele: Emesan®, Vomex®, Paspertin® - letzteres enthält als Wirkstoff Metoclopramid = MCP und sollte bei Kindern nicht angewandt werden), gegen Bauchkrämpfe (Beispiel: Buscopan®), gegen Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust (Beispiele: Elo-Trans®, Santalyt®, für Kinder Oralpädon®). Im Extremfall kann eine Infusionsbehandlung angezeigt sein.

 

Meist ist nach zwei bis drei Tagen der Spuk vorbei – lebensbedrohend gefährdet sind Immun(= Abwehr)-geschwächte, Schwerstkranke, alte und sehr junge Menschen.

 

Vor der Infektion schützen kann man sich nur mit Hygiene, denn das NoroVirus ist extrem umweltresistent und haltbar; es haftet an Türklinken, Haltegriffen, in feuchten Zahn- und Nagelbürsten sowie Handtüchern und wird beim Händeschütteln übertragen.

 

Also: häufiges Händewaschen (nach jedem Toilettengang Pflicht!) und weniger Händegeben ist die beste Vorsorge ! 

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